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Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Bodenschutz

NÖ ist das flächenmäßig größte Bundesland und nimmt damit eine wesentliche Stellung bei der Versorgung der österreichischen Bevölkerung mit land- und forstwirtschaftlichen Produkten ein.

Im Jahr 2018 bewirtschafteten die rund 38.000 niederösterreichischen Betriebe eine Gesamtfläche von 1,64 Mio. ha. Der größte Teil davon, nämlich 704.000 ha, entfiel auf Forstflächen, gefolgt von Ackerland und Dauergrünland.

Hohe Temperaturen und Trockenheit sowie Starkregenereignisse und Hagel führten in den vergangenen Jahren zu massiven Schäden in der niederösterreichischen Land- und Forstwirtschaft. Auch der niederösterreichische Ackerbau war in vielen Regionen von diesen Entwicklungen stark betroffen. Die steigenden Temperaturen sowie die längeren und häufigeren Trockenperioden setzen das Grünland zunehmend unter Druck, dem u.a. durch den Anbau von trockenheitsresistenten Gräserarten begegnet werden könnte.

Degenerierte Böden können diesen Belastungen weniger entgegensetzen als Böden mit ausreichendem Humusgehalt, guter Krümelstruktur und gutem Luft-Wasserverhältnis. Bodenschutzanlagen (Windschutzhecken) bekommen dadurch eine zunehmende Bedeutung und dienen der Verbesserung des Kleinklimas und dem Artenschutz.

Ausreichend verfügbares Grundwasser spielt eine bedeutende Rolle für eine produktive Land- und Forstwirtschaft, dessen Dargebot in den 11 Wasserregionen Niederösterreichs durchaus variieren kann.

Zudem gehen stetig fruchtbare Böden für die Land- und Forstwirtschaft durch Versiegelung verloren. Die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe nehmen kontinuierlich ab, die Betriebsgrößen sind leicht wachsend. All das hat Auswirkung auf den Bruttoertrag, der in den letzten Jahren leicht zurückgegangen ist. Auch Veränderungen im Konsumverhalten bringen Verschiebungen wie z.B. Zuwächse bei Rohstoffen für die Energieproduktion und stetig wachsende Absatzzahlen für biologische, regionale Produkte. Details zur Lage der Land- und Forstwirtschaft sind dem Grünen Bericht zu entnehmen.

Es gibt kaum einen Bereich, der so wesentlich und tiefgreifend von Klimawandelanpassungsstrategien betroffen ist wie die Land- und Forstwirtschaft.

Wolle man die Land- und Forstwirtschaft aus dem Blick der nationalen SDG- Indikatoren betrachten, ergäbe sich folgendes Bild (IIÖ, St.Pölten, 2021):

Grafik des Instituts für Industrielle Ökologie. Nachhaltigkeitsbetrachtung über eine Reihe von Indikatoren zu einem großen Themenbereich mit Streuung und Mittelwerten zu den Wirkungen bezüglich der Rahmenbedingungen, der politischen und gesellschaftlichen Aktivität und des Zustandes (reaktiv wirkende Faktoren) in dem Bereich.
Der Hinweis zur Struktur der IIÖ NH Betrachtung - Rahmen, Aktivität und Stabilität.

Rahmenbedingungen und Einflüsse

Die Ausgangslage für die landwirtschaftliche Produktion ist in vielen Bereichen gut. Das Klima ist weitgehend mild und das Gelände im Durchschnitt relativ eben bis hügelig. Daher macht auch der Anteil der Ackerflächen in NÖ über 50 % aus. Dieser Wert ist neben dem Burgenland der zweithöchste Anteil von landwirtschaftlich genutzter Fläche. Umgekehrt liegt trotz einiger sehr stark bewaldeter Bezirke insgesamt der Waldanteil mit 43 % etwas unter dem Durchschnitt von Österreich.

In manchen Gebieten sind infolge intensiver Bewirtschaftung aber auch infolge des Klimawandels die Erosion und der Verlust fruchtbaren Bodens massiv. Handlungsbedarf ist gegeben.

Aktivitäten und Maßnahmen

Bei den Aktivitäten sind vor allem die Produktion land- und forstwirtschaftlicher Produkte zu nennen. Durch den großen Anteil von 33 % landwirtschaftlich genutzter Fläche an der österreichischen Gesamtfläche liegt der Anteil der Produktion von Lebensmitteln wie Getreide, Obst, Gemüse sowie auch von tierischen Produkten deutlich über dem Bevölkerungs- und dem Flächenanteil von etwa 20 % mit teilweise bis zu 50 % der österreichischen Produktion. Bei der Holzproduktion liegt der Anteil von NÖ mit 28 % auch noch deutlich über jenem von Österreich (21 %).

Wesentlich für eine naturnahe Wirtschaftsweise ist der Anteil ökologischer Landwirtschaft, die seit vielen Jahren in allen Bundesländern forciert wird. Hier liegt NÖ mit 25 % im österreichischen Durchschnitt.

Die Säulengrafik zeigt die Anteile an landwirtschaftlichen Produkten in NÖ 2019 an der österreichischen Produktion. Dabei liegen die Kartoffeln mit 80% gefolgt von Zuckerrüben mit ca. 70%, Wein mit etwas über 60% am höchsten. Im Bereich der niedrigen 20% liegen Grünlandwirtschaft, Kuhmilch und Wald.

Stabilität der Situation

Zur Beschreibung der Stabilität der Situation wird die Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe und der bewirtschafteten Flächen verwendet. Hier zeigt sich speziell bei der Zahl der Betriebe ein starker Rückgang seit 1990. Während die land- und forstwirtschaftlichen Flächen insgesamt weitgehend konstant bleiben, liegt eine Verschiebung in der Flächennutzung vor: die Waldflächen in landwirtschaftlichen Ungunstlagen nehmen zu, umgekehrt werden meist hochproduktive Ackerflächen für andere Nutzungen wie Siedlungen, Gewerbegebiete und Infrastruktureinrichtungen in Anspruch genommen. Weiters ist auch die Zahl der Haupterwerbsbetriebe seit 2010 um etwa ein Sechstel zurückgegangen, während die im Haupterwerb bewirtschafteten Flächen sich nur um 10 % verringert haben. Diese Entwicklungen sind weitgehend analog in Österreich, wobei der Rückgang bei den Betrieben in NÖ etwas stärker, bei den Flächen etwas geringer ausfällt.

Aufgrund des hohen Anteils von Ackerflächen wird die Landwirtschaft in NÖ am stärksten vom fortschreitenden Klimawandel betroffen sein, was negative Auswirkungen auf die Erntemengen und den Selbstversorgungsgrad in Österreich insgesamt haben wird.

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Land- und forstwirtschaftlichen Betriebe und Flächen von 1990 bis 2016. Dabei bleiben die Flächen jeweils in Ö und NÖ konstant, die Betriebe nehmen hingegen drastisch ab.

mögliche Handlungsansätze

  • Beibehaltung der Position als größter Produzent landwirtschaftlicher Produkte bei bestmöglicher Reduktion von Monokulturen und negativen Effekten einer großflächigen Landwirtschaft.
  • Verstärkte Umstellung der Landwirtschaft auf umwelt- und naturschonende Wirtschaftsweisen gekoppelt mit guter Bewerbung der qualitätsvollen Produkte
  • Sicherung und Erhöhung der Selbstversorgungsquote bei Einhaltung der ökologischer Vorgaben
  • Garantie der Trinkwasserversorgung; Optimierungen von landwirtschaftlichen Bewässerungsmaßnahmen
  • verstärkte Bodenschutzmaßnahmen, Bodenschutzhecken, Brachen,..
  • Reduktion der Lebensmittelverschwendung

Indikatoren

  • Flächenanteil des Ackerlands an der österreichischen Landesfläche
  • Flächenanteil Wald an der österreichischen Landesfläche
  • Waldanteil an der gesamten Landfläche
  • Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche an der Landesfläche
  • Anteil der landwirtschaftlichen Produktion in Österreich: Pflanzl. LM
  • Anteil der landwirtschaftlichen Produktion in Österreich: Vieh
  • Anteil der landwirtschaftlichen Produktion in Österreich: Holz
  • Anteil ökologischer Landwirtschaft
  • Entwicklung der Anzahl L&F-Betriebe
  • Entwicklung der Anzahl L&F Flächen
  • Entwicklung der Zahl der L&F Haupterwerbsbetriebe
  • Entwicklung der Fläche der L&F Haupterwerbsbetriebe

Kontakt:

NÖ Agrarbezirksbehörde , 3109 St. Pölten, Landhausplatz 1, Haus 12, Telefon; 02742/9005-15291, Email: post.abb@noel.gv.at

Leben und Sterben in der Unterwelt

Der Boden ist nicht bloß die Erde unter unseren Füßen, sondern eine eigene Welt : In ihm und aus ihm wachsen unsere Lebensmittel, gleichzeitig ist er Lebensraum für eine unfassbare Menge an Kleinstlebewesen – was ihn zu einem Faktor für den Klimawandel macht. Was spielt sich da unterirdisch ab ?

Das in blau gehaltene Bild zeigt eine kleine Auswahl an Bodenlebewesen, die u.a. für die Gesunderhaltung des Bodens von Bedeutung sind. Es werden stilisiert dargestellt eine Milbe, Einzeller, Tausendfüßler, Regenwurm, Springschwanz.
Blicke 2021

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blicke – das Magazin zum Umweltbericht des Landes NÖ (PDF, 6,8MB)

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Statusbericht Energie 2021

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Statusbericht Klima- & Energieprogramm 2021

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SDG Indikatorenbericht der Statistik Austria für NÖ

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